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Holzterrassen richtig reinigen

Der "Rasierklingen-Effekt": Was Wasserdruck anrichtet

Holz ist ein natürlicher Faserwerkstoff. Wenn Sie mit 100 bar oder mehr Wasserdruck auf die Oberfläche schießen, passiert physikalisch Folgendes:

  • 1. Faserbruch: Der harte Wasserstrahl wäscht zwar den Schmutz heraus, zerreißt aber gleichzeitig die weichen Holzfasern und das Lignin.
  • 2. Raue Oberfläche: Wenn das Holz trocknet, stellen sich diese zerstörten Fasern auf ("Waschbrett-Effekt"). Die Terrasse wird rau, splittrig und unangenehm für Barfußläufer.
  • 3. Der Teufelskreis: Auf der nun rauen Oberfläche können sich Moos, Algen und Schmutz noch besser festsetzen als vorher. Nächstes Jahr ist die Terrasse doppelt so dreckig, und Sie müssen noch härter strahlen.
  • Gilt das auch für WPC? Ja! Auch bei WPC/BPC (Verbundwerkstoffen) kann ein zu harter Punktstrahl die Polymer-Oberfläche beschädigen und die Struktur aufrauen.

Der Vergleich: Hochdruckreiniger vs. Sanfte Pflege

Warum sich die Handarbeit (oder der Einsatz der richtigen Maschine) lohnt, zeigt dieser Vergleich:


Eigenschaften
Hochdruckreiniger (Kärchern)
Chemisch & Mechanisch (Bürste)
Sofort-EffektSehr sauber (hell)Sauber
OberflächeRau, Splitterig, faserigGlatt, geschmeidig
Langzeit-FolgeVerschmutzt schnell wieder (Poren offen)Bleibt länger sauber
Barfuß-GefühlUnangenehm/VerletzungsgefahrAngenehm
Material-SchonungSchädlich (trägt Material ab)Schonend

In 3 Schritten zur sauberen Terrasse

Wie bekommen Sie die Terrasse schonend sauber? Mit der Kombination aus Chemie (Lösen) und Mechanik (Bürsten).

Schritt 1: Der Grünbelagentferner (Die Chemie)

  • Nutzen Sie einen speziellen Terrassen-Reiniger oder Grünbelagentferner.
  • Tragen Sie diesen satt auf.
  • Lassen Sie ihn einwirken (meist 10–20 Minuten, siehe Flasche).
  • Wirkung: Diese Mittel töten die Sporen von Algen und Moos ab und lösen den Schmutz chemisch an, ohne das Holz anzugreifen.

Schritt 2: Die Mechanik (Das Schrubben)

Jetzt muss der gelöste Dreck runter. Nutzen Sie dafür:

  • Bei Hartholz (Bangkirai): Eine Wurzelbürste oder Schrubber mit harten Borsten.
  • Bei Nadelholz (Lärche/Douglasie): Etwas weichere Borsten, um Riefen zu vermeiden.
  • Komfort-Tipp: Leihen oder kaufen Sie eine elektrische Terrassenbürste (mit rotierenden Walzen). Diese reinigt mechanisch, aber ohne zerstörerischen Wasserdruck.

Schritt 3: Abspülen & Ölen Spülen 

Sie den Dreck einfach mit dem Gartenschlauch weg. Lassen Sie das Holz nun 24 bis 48 Stundenkomplett durchtrocknen. Danach ist das Ölen Pflicht! Das Holz ist jetzt "nackt" und die Poren sind offen. Das Terrassenöl sättigt die Fasern, macht das Holz wasserabweisend und schützt (dank Pigmenten) vor der UV-Strahlung der Sonne.

Fazit

Lassen Sie den Hochdruckreiniger für die Pflastersteine in der Einfahrt. Ihre Holzterrasse dankt Ihnen die sanfte Pflege mit jahrelanger Haltbarkeit und einem splitterfreien Sommer.

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